Heribert Werden bereitet in seinem Foodtruck alle Gerichte frisch zu. Zu Ostern können die Gäste auch noch „last minute“ auf den Geschmack kommen.

Baesweiler Lammkeule provençale oder Spargel mit Lachs gefällig? Vorher ein Süppchen? Auch Kurzentschlossene werden bei Heribert Werden in Setterich noch frisch bekocht. Foto: MHA/Beatrix Oprée, Aachener Zeitung/Achener Nachrichten

Von Beatrix Oprée Redakteurin/Aachener Zeitung/Achener Nachrichten

2000 Gäste auf einen Schlag bewirten? Für Heribert Werden kein Problem. Catering ist seine Profession, bis in den Raum Düsseldorf hinein hat er sich einen Namen gemacht. Und hierzulande gehören RWTH, Handwerkskammer, IHK und Agit zu seinen Kunden, wie er berichtet. Dazu kommen ungezählte Gesellschaften – Hochzeiten, Kinderkommunionen, Geburtstage, Jubiläen.

Als Mitglied der Spitzenkoch-Vereinigung Euro Toques ist er unter anderem der Frische und der Regionalität der Produkte verpflichtet, die er verarbeitet. Nicht wenige Kita- und Schulkinder kennen ihn durch Geschmacksschulungen, die er in seinem Parkrestaurant veranstaltet hat, um schon bei den Kleinsten eine Lobby für Gemüse und Co zu schaffen. Ein Anliegen der Euro-Toques-Stiftung.

Und um bei großen Events jeweils vor Ort frisch für seine Gäste kochen zu können, hat Werden seit Jahren schon einen Foodtruck stattlichen Ausmaßes im Einsatz. Doch dann kam Corona, und die Stornierungswelle aufgrund von Kontaktverboten und Lockdowns lähmte die ganze Branche. Ein Schlag, der auch Werden hart traf. „Vier Tage lang habe ich nicht gekocht, untätig zu Hause gesessen“, erinnert er sich an den ersten Shutdown. Doch Trübsal blasen ist nicht sein Ding. „Nur den Kopf hängen zu lassen, bringt ja nichts!“

Kurzerhand öffnete er den Foodtruck, der bislang bei externen Veranstaltungen zum Einsatz gekommen war, im Hofbereich seines Restaurants an der Bahnstraße in Setterich, dem „Biergarten am Burgpark“, um seine Gerichte fortan von dort aus regelkonform servieren zu können. „Es ging mir auch darum, meinen Stammgästen treu zu bleiben – und ein Zeichen für die Zukunft setzen“, sagt er. „Irgendwann wird es ja weitergehen.“ Mindestens 200 Gesellschaften hat er jetzt schon in der Warteschleife, wie er darlegt. „Alleine die Kommunionfeiern vom vergangenen Jahr stehen ja noch aus, und die von diesem Jahr werden dazukommen.“ Von verschobenen Hochzeitsfeiern gar nicht zu reden.

Hausgemachte Schoko-Mousse

Wenn auch umsatzmäßig vergleichsweise ein Tropfen auf den heißen Stein, sei das stationäre Foodtruck-Konzept von Anfang an gut eingeschlagen, schildert Werden. Natürlich kann man hier von freitags bis sonntags ganz bodenständig eine leckere Currywurst mit Fritten und Mayo erwerben, ebenso wie knusprige Hähnchennuggets oder Fischstäbchen. Doch ansonsten hat der Werdensche Foodtruck wenig mit einer herkömmlichen Pommesbude gemein. Denn wo findet man im Imbisswagen schon ein Rehragout „Förster Art“, Rinderfiletspitzen „Stroganoff“ oder Tagliatelle mit gebratenem Lachs und Brokkoli?

Werdens Speisenauswahl „Winter 2021“ gibt das her und noch viel mehr. Auch das Beilagenangebot ist ansehnlich, reicht von Kroketten über Knödel und Kartoffelgratin bis hin zu Spätzle. Kombiniert werden darf nach Geschmack, „wir kochen Ihre Wünsche wahr“ lautet schließlich das Motto das Hauses, auf das Werden gerne verweist. Nicht zu vergessen: eine hausgemachte Mousse au chocolat als süßes Tüpfelchen auf dem i.

Zu Ostern setzt der passionierte Küchenchef nun noch einen drauf: mit einer Menüauswahl in drei Gängen. Frischer Effelder Spargel spielt dabei eine Hauptrolle. Wahlweise in vegetarischer Variante mit Frühkartoffeln und Sauce Hollandaise. Oder aber mit Rinderfilet, Kalbsschnitzel oder Räucherlachs. Auch ein Frühjahrsklassiker ist zu haben, die Lammkeule, die er à la provençale zubereitet, mit Rosmarinkartoffeln und mediterranem Gemüse. Für Fischliebhaber steht Lachsfilet auf Blattspinat mit Monschauer Senfsauce auf der Festtagskarte des Foodtrucks. Und wer auf amerikanische Cuts steht, für den ist ein Ribeye-Steak vom Angusrind im Angebot. Ein Süppchen oder ein Salatbouquet mit Antipasti gibt es vorweg. Zum Nachtisch schließlich hat der Gast die Wahl zwischen der Schokoladen-Mousse oder Panna cotta mit Erdbeeren.

Ausgewählte Zutaten: Frischer Lachs und Effelder Spargel gehören an den Ostertagen dazu. Foto: MHA/Beatrix Oprée

Das Besondere: Auch Kurzentschlossene können sich zu den Ostertagen ohne Vorbestellung noch aufmachen und ihr Festtagsmenü am Foodtruck ordern. Im Hof gibt es einen ausreichend großen Wartebereich, die Logistik ist mittlerweile ausgefeilt, wie Werden schildert.

Möglichst auf Porzellan

Eine Kollegin nimmt die Bestellungen entgegen, kassiert und koordiniert. Im Truck daneben wird gekocht und verpackt. Soweit möglich, werden die Speisen auf Porzellangeschirr ausgegeben. Denn Einweg-Verpackung ist dem Euro-Toques-Mitglied ein Dorn im Auge, doch zurzeit für Kunden, die nur einmal kommen, eben nicht vermeidbar, wie er sagt. Eines kommt zu seinem Bedauern dabei völlig zu kurz: die Speisen so liebevoll anzurichten, wie er es auf Porzellantellern gewohnt ist.

Weitere Infos: foodtruck-werden.de